· 

11 Fragen an ... Philipp Meiners

Im zweiten Teil unserer Interview-Serie stellen wir euch zum ersten Mal jemanden vor, der nicht unserem Kollektiv angehört. Wir möchten hier Street Photographen vorstellen, die vielleicht nicht so bekannt sind, es aber dennoch verdient haben, eine Plattform für ihre Arbeiten geboten zu bekommen. Unser heutiger Interview-Gast ist Philipp Meiners aus Vechta, den wir über Instagram kennengelernt haben...

1. Wer bist du? Stell dich unseren Lesern doch bitte einmal kurz vor.

Ich heiße Philipp Meiners und bin 34 Jahre alt. Ich komme gebürtig aus Lohne im Landkreis Vechta und habe von 2007-2018 zwecks Studium und anschließendem Job in Köln gewohnt. Seit 2019 bin ich wieder zurückgekehrt und wohne jetzt mit meiner Frau in Vechta. Neben dem Hobby des Fotografierens bin ich hauptberuflich als Förderschullehrer in der Inklusion an einer Oberschule tätig.

2. Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich habe schon als Jugendlicher auf jeder Reise, jedem Konzert bzw. Festival eine Kamera dabei gehabt. Es war mir immer wichtig die Momente, die ich erlebe mit der Kamera festzuhalten. Hierbei ging es aber lediglich um Schnappschüsse. Als ich mir 2015 meine erste DSLR, eine Pentax K-30, kaufte, habe ich mich immer mehr mit der Fotografie beschäftigt. Als intensives Hobby betreibe ich die Fotografie aber erst seit etwas mehr als einem Jahr.

3. Bist du Mitglied in einem Fotografie Kollektiv und wenn ja, in welchem?

Nein, ich bin kein Mitglied in einem Kollektiv. Allerdings habe ich vor kurzem bei Instagram den Account "@German_Streetphoto_Collection" und den Hashtag #germanstreetphotocollection ins Leben gerufen. Der Gedanke dahinter ist, die Kollektive in Deutschland ein wenig zu vereinen und den unglaublich vielen ambitionierten und talentierten Streetfotografen aus Deutschland eine gemeinsame Plattform zu bieten. Darüberhinaus sind noch weitere Dinge geplant, die aber erst noch genau durchdacht werden müssen, bevor ich damit über das Ziel hinausschieße.

4. Wie bist du zur Street Photography gekommen?

Von August 2018 bis Mitte Juli 2019 war ich mit meiner Frau für ein Jahr auf Weltreise. Die meiste Zeit auf dieser Reise habe ich versucht unsere Erlebnisse wie immer fotografisch festzuhalten und auch mit Videos zu dokumentieren. Dabei ging es beispielsweise bei den Landschaftsfotos schon deutlich mehr über Schnappschüsse hinaus, denn ich habe vermehrt auf gute Kompositionen etc. geachtet. Im April waren wir in Vietnam in einem Ort namens Hoi An. Touristisch ein Hotspot in Zentralvietnam. Die Stadt ist wünderschön. Meine Frau hat an einem Morgen für zwei Stunden an einem Workshop zur Herstellung der für den Ort so typischen Lampenschirme teilgenommen. Während dieser Zeit habe ich mir selbst meine erste Street Photography Challenge auferlegt. Wie ich darauf gekommen bin weiß ich gar nicht mehr.

 

Ich würde diesen Walk als Startschuss für mein Interesse an der Street Photography sehen. Der Walk hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. An allen weiteren Orten auf der Reise habe ich dann vermehrt meinen Blick auf die Street Photography gerichtet. Schade, dass das Interesse erst so spät kam, hatten wir doch auf der Reise rückblickend schon so viele tolle Orte erlebt, an denen ich mich in der Street Photography hätte austoben können.

5. Hast du andere Street Fotografen oder Fotografen im allgemeinen als Vorbild?

Nicht wirklich. Ich habe mich bislang eher vemehrt darauf konzentriert meine Fähigkeiten mit der Kamera zu verbessern und Bücher zu lesen bzw. viele YouTube Videos zu diesem Thema zu schauen. Aktuell reizen mich besonders Fotos mit Licht und Schatten und verfolge bei Instagram ganz besonders die Arbeiten von Sean Tucker, Alan Schaller, Nick Fabian (@sleepingastronaut) und Leng Ung (@leng.ung.312).

6. Fotografierst du lieber Analog oder Digital?

Ganz klar digital. Allerdings ist mir vor einer Woche eingefallen, dass ich eine alte Filmkamera mit Wechselobjektiven zuhause rumfliegen habe und war damit bereits einmal in Vechta unterwegs.

7. Welche Kameras und Objektive benutzt du für deine Street Photos?

Ich habe mir im Juli letzten Jahres eine Fuji X-T3 mit dem 23mm F2 Objektiv gegönnt. Da ich neben der Fotografie ja auch ab und an filme, benötigte ich etwas was Uptodate ist und mich über die nächsten Jahre sicher begleiten kann. Ich bin hochzufrieden mit der Kamera und die Arbeit damit macht jeden Tag aufs neue Spaß. Das 23mm Objektiv ist mein absoluter Favorit. Ich habe noch zusätzlich das 55-200mm Objektiv, welches ich aber bislang nur selten genutzt habe. In Zukunft möchte mir eventuell noch das 56mm F1.2 zulegen, welches sich neben der Street Photography für mich persönlich noch für die Konzertfotografie sehr gut eignen würde.

8.In deinem Portfolio befinden sich sowohl Schwarz/Weiß als auch Farbfotos. Bevorzugst du eher Schwarz/Weiß oder Farbe?

Als ich mit der Streetphotography angefangen bin, habe ich grundsätzlich 99% der Bilder in schwarzweiß konvertiert, weil ich dachte das muss so sein:). Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass einige Bilder viel besser in Farbe funktionieren. Aktuell mache ich es vom Bild und der Situation abhängig, ob es in Farbe bleibt oder in schwarzweiß konvertiert wird. Eine Bevorzugung in eine bestimmte Richtung habe ich nicht.

9. Verfolgst du bestimmte Ziele mit deiner Fotografie?

Zunächst einmal habe ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen meine Fähigkeiten als Fotografen im Umgang mit meiner Kamera und das Schulen meines Auges auf der Straße zu verbessern. Ich hatte aktuell eine reine Fotografiereise nach Rumänien geplant, welche auf Grund des Corona-Virus leider ausfallen musste. Am Ende des Jahres habe ich mir vorgenommen ein Jahresbuch mit meinen besten Streetfotos gestalten. Damit ich auch eine gute Auswahl habe, werde ich versuchen so viel wie möglich auf den Straßen zu sein. Allerdings gibt mein Wohnort Vechta da nicht zu viel her. Deshalb bin ich in absehbarer Zeit darauf angewiesen zumindest in Deutschland wieder in Städte zu fahren. Bremen, Osnabrück, Münster und Oldenburg sind super schnell zu erreichen für mich. Aber ich möchte schon noch gerne in Hamburg und Berlin für einige Tage auf die Straße und natürlich meine Reise in Rumänien nachholen. Um vor Ort in Vechta immer mal wieder aktiv zu sein hatte ich mir schon ein Projekt überlegt, aber so richtig dazu durchringen konnte ich mich aktuell noch nicht.

10. Gibt es einen bestimmten Photo Spot, eine Location oder eine Stadt, die dir besonders liegt?

In Vechta gehe ich gerne auf unsere Einkaufsstraße, bewege mich um die kleine Universität herum und schaue beim Bahnhof vorbei. In Bremen und Osnabrück war ich bislang zwei- oder dreimal unterwegs. Bremen lag mir da etwas mehr. Auf der Rückreise von einem Kurzurlaub an der Ostsee haben wir eine Freundin in Hamburg besucht. Die Möglichkeiten dort waren unglaublich vielfältig.

11. Hast du noch Städte oder Orte auf deiner Liste, die du aus fotografischer Sicht unbedingt noch besuchen möchtest?

In Deutschland möchte ich wie gesagt gerne nochmals intensiver Hamburg und Berlin fotografieren. In Europa möchte ich gerne nach London, Amsterdam, Portugal im allgemeinen und Kopenhagen. Natürlich steht das Nachholen der Rumänienreise ganz hoch im Kurs. Jordanien würde mich auch extrem reizen. Über Europa hinaus möchte ich unbedingt mal nach Shanghai und nochmals nach Mexiko. Außerdem ist Indien schon sehr lange ein Traum von mir, welchen wir auf unserer Weltreise leider nicht mehr verwirklichen konnten. Die Reiseziele sind nach der Weltreise leider nicht weniger geworden:).

Vielen Dank für das tolle und interessante Interview. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr und wir sind gespannt, was in Zukunft noch von Dir zu sehen sein wird.

 

Wenn ihr mehr von Philipps Arbeiten sehen möchtet, findet ihr seinen Instagram-Account unter @my_philtography.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Carmine Castelli (Dienstag, 07 April 2020 07:56)

    Tolles und interessantes Interview. Weiter so und tolle Seite die ihr da aufgestellt hat.

    Lieben Gruss aus der Schweiz
    Carmine Castelli

  • #2

    Dennis Gloth (Mittwoch, 08 April 2020 08:38)

    Hallo Carmine,

    vielen Dank für dein Feedback. Es freut uns, dass dir das Interview und auch die Seite gut gefällt.

    Liebe Grüße in die Schweiz wünscht dir das Team vom BSC. :)