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11 Fragen an ... Dennis Gloth

In dieser kleinen Interview-Serie stellen wir uns als Kollektiv, aber auch andere Street Fotografen vor. Den Anfang der Serie macht Dennis Gloth, einer der Gründer unseres Kollektivs.

1. Wer bist du? Stell dich unseren Lesern doch bitte einmal kurz vor.

Moin, mein Name ist Dennis Gloth, ich bin 38 Jahre alt und in Bremen geboren und aufgewachsen. Wenn ich nicht mit der Kamera in der Hand unterwegs bin, arbeite ich als Betriebsleiter in einer Spedition.

2. Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Angefangen hat das Ganze, als ich noch ein kleiner Junge war. Die ersten "fotografischen" Erfahrungen habe ich mit einer analogen Zenit meines Vaters gesammelt, die er auf einem Flohmarkt erstanden hatte. Da hatte mich die Begeisterung für die Fotografie bereits gepackt. Leider habe ich das Hobby aber Ende der 90er aus den Augen verloren. Erst 2008 kam ich zurück zur Fotografie, als ich mich in der Sportfotografie versuchte. Bald wurde aus dem Hobby ein Nebengewerbe, das ich bis 2018 betrieb. Da ich aber mehr für meine Familie da sein wollte, hatte ich mich im Sommer 2018 dazu entschieden, die Sportfotografie an den Nagel zu hängen.

 

Aber ganz ohne Fotografie geht es für mich natürlich nicht und durch Fotografen wie Thomas Leuthard bin ich dann bei der Street Photography gelandet.

3. Wie bist du zum Kollektiv gekommen?

Das Kollektiv habe ich gemeinsam mit Sven Hallmann im Herbst 2019 gegründet. Schon im März 2019 hatte ich den Instagram-Account erstellt, weil ich mir den Namen "Bremen Street Collective" sichern wollte, falls sich mal Leute für ein Kollektiv finden. Sven lernte ich über die Facebook-Gruppe von Soul of Street kennen und er konnte sich direkt für die Idee begeistern. So nahm das ganze seinen Anfang...

4. Wie bist du zur Street Photography gekommen?

Wie schon weiter oben erwähnt war Thomas Leuthard quasi der Mann, der mich für die Street Photography begeistern konnte. Ich kann gar nicht genau sagen, wie ich auf ihn aufmerksam geworden bin. Vielleicht habe ich ihn einfach durch Zufall im Internet gefunden. Auf jeden Fall haben mich seine Fotos von Anfang an fasziniert und so bin ich dann irgendwann selbst mit der Kamera auf die Straße gegangen und habe meine ersten Gehversuche in dem Genre unternommen.

5. Hast du andere Street Fotografen oder Fotografen im allgemeinen als Vorbild?

Thomas Leuthard hat für mich immer einen besonderen Stellenwert, da ich durch ihn zur Street Photography gekommen bin. Martin U. Waltz' Arbeiten finde ich ganz große Klasse. Besonders seine Serie "Light Urban Rain" finde ich faszinierend. Vivian Maier's Fotos von den Straßen Amerikas finde ich mindestens genauso großartig, wie die ganze Geschichte um die Person. Aktuell verfolge ich besonders die Arbeiten von Sean Tucker. Sein gutes Auge für Lichtsituationen und Bildaufbau ist phänomenal.

6. Fotografierst du lieber Analog oder Digital?

Zur Zeit fotografiere ich ausschließlich digital. Ich habe mir vor kurzem jedoch eine analoge Ricoh 500 G zugelegt und möchte damit demnächst mal ein wenig herumexperimentieren. 

7. Welche Kameras und Objektive benutzt du für deine Street Photos?

Meine beiden Hauptkameras sind zur Zeit die Ricoh GR III und eine Fuji X-Pro 1. Die Ricoh liebe ich für ihre extreme Kompaktheit und hervorragende Bildqualität. Die Fuji liebe ich wegen ihres Retro-Design und dem Bildlook. Außerdem mag ich an ihr, dass sie einen optischen Sucher hat. So ganz konnte ich mich bisher nicht an elektronische Sucher gewöhnen. Ich habe auch eine Sony Alpha 6300. Aber damit fotografiere ich fast ausschließlich über den Bildschirm, weil ich mich mit dem elektronischen Sucher einfach nicht so ganz anfreunden kann.

 

Ich nutze meistens 35mm oder 50mm Objektive an APSC. Auf jeden Fall bin ich ein Fan von "Prime Lenses" (Festbrennweiten).

8.In deinem Portfolio befinden sich sowohl Schwarz/Weiß als auch Farbfotos. Bevorzugst du eher Schwarz/Weiß oder Farbe?

Ich bevorzuge nichts direkt. Das sind bei mir eher so Phasen in denen ich entweder mehr Schwarz/Weiß oder Farbfotos mache. Aber ich möchte mich auch nicht auf eine Sache festlegen, da manche Fotos nur in Farbe und andere nur Monochrom funktionieren. Würde ich mich für eine Sache entscheiden, würde ich mich in meiner Kreativität selbst limitieren.

9. Verfolgst du bestimmte Ziele mit deiner Fotografie?

Ich möchte mit meinen Bildern ein bisschen Zeitgeschichte festhalten. Vielleicht einfach nur für mich, aber auch gerne für meine Kinder (die ich bisher aber noch nicht habe :D). Ansonsten mache ich die Fotos einfach für mich. Natürlich hätte ich auch nichts dagegen, wenn meine Fotos vielleicht irgendwann einmal in einer Galerie ausgestellt werden.

 

Und natürlich möchte ich meine Skills in der Fotografie verbessern. Den Blick für Situationen und Motive schärfen. Da sehe ich bei mir noch ordentlich Luft nach oben.

10. Gibt es einen bestimmten Photo Spot, eine Location oder eine Stadt, die dir besonders liegt?

In Hamburg fotografiere ich besonders gerne. Von Bremen ist man schnell mit dem Auto, Bus oder Zug in der Hansestadt an der Elbe. Dort bin ich bisher immer mit einer guten Ausbeute an Bildern nach Hause gekommen. Die Stadt hat einfach so viel zu bieten. Die Architektur, die U-Bahn-Stationen, die Menschen. Es gibt dort einfach immer etwas zu entdecken und zu fotografieren.

11. Hast du noch Städte oder Orte auf deiner Liste, die du aus fotografischer Sicht unbedingt noch besuchen möchtest?

Puh. Mit Sicherheit einige. London steht noch ganz oben auf meiner Liste. Ich würde auch genre noch mal nach Amsterdam oder Groningen fahren, um dort Street Fotos zu machen. New York oder Chicago würden mich auch reizen. Aber das wird wohl noch etwas dauern, bis ich dort hinkomme.

Vielen Dank für das Gespräch und das wir einen kleinen Einblick in dein Leben als Street Photograph bekommen haben. Wenn ihr mehr von Dennis' Arbeiten sehen möchtet, findet ihr seine Internet-Seite unter dennisgloth.de.

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